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descriptionMann hält sich den schmerzenden Rücken
Zu wenig Bewegung, zu viele Kilos und falsche Belastung nimmt der Rücken übel. Er reagiert mit schmerzhaften Verspannungen bis hin zu Bandscheibenproblemen.
descriptionRöntgenbild der Nackenwirbelsäule
Die Ursache von Rückenschmerz erkennt der Arzt meist bereits durch einfache körperliche Untersuchung oder anhand eines Röntgenbildes.
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Rückenschmerzen – Die Schmerzquelle finden

Rückenschmerzen können durch anhaltende Fehlbelastungen oder Stress entstehen, aber auch plötzlich durch eine ungünstige Bewegung. Je nach Ausprägung der Beschwerden, kann der Arzt oft direkt die Diagnose stellen. Nur bei besonders starken Schmerzen und Warnsignalen wie Taubheitsgefühl in den Beinen wird er bildgebende Verfahren zur Diagnose zusätzlich nutzen.

Im Überblick



Rückenschmerzen hat viele Gesichter

Bei Rückenschmerzen unterscheidet der Arzt üblicherweise plötzlich auftretende Rückenschmerzen (Lumbago, „Hexenschuss“) und chronische Rückenschmerzen. Daneben lassen sich Schmerzen abgrenzen, die nur im Wirbelsäulenbereich auftreten oder welche, die bis in die Beine ausstrahlen (radikuläre Symptomatik).

Alles, was von einer „natürlichen" Körperhaltung abweicht, belastet die Wirbelsäule. Verspannungen der Rückenmuskulatur können Rückenschmerzen auslösen. Je nachdem welche Region betroffen ist, kommt es zu Nacken-, Schulter-, Rücken- oder Kreuzschmerzen.

Das Zervikalsyndrom verursacht Schmerzen, die von der Halswirbelsäule ausgehen. Häufig strahlen sie in die Schulter-Nacken-Muskulatur aus. Betroffene berichten oft, dass sie innerlich verspannt sind. Sie spüren einen brennenden, ziehenden Schmerz im Nacken, der sich bis zu den Innenseiten der Schulterblätter und zum Hinterkopf ausdehnt. Häufig leiden sie zusätzlich unter Kopfschmerzen. Diese hängen mit der erhöhten Muskelspannung (Muskeltonus) zusammen. Bei Stress nehmen die Schmerzen in der Regel zu. Anfangs klingen die Schmerzen noch rasch ab, wenn Betroffene sich entspannen – beispielsweise am Wochenende oder im Urlaub.
Nackenschmerzen
entstehen häufig nach langem Sitzen – etwa bei einem Bürojob. Durch Haltungsfehler und einseitige Belastung verkrampft die Muskulatur der Halswirbelsäule, was auch Kopfschmerzen verursachen kann. 

Ein „Hexenschuss oder Ischiasbeschwerden äußern sich hauptsächlich durch Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule. Ärzte sprechen dann von Lumbago (= Lendenschmerz).

Beim „Hexenschuss ist der Schmerz auf den Bereich der Wirbelsäule beschränkt. Falsche Bewegungen können die Wirbelgelenke oder die Bandscheiben schädigen und in ihrer Funktion beeinträchtigen. Die Folge: Schmerzen, die wiederum zu Verspannungen der Rückenmuskulatur führen. Bewegung ist dann kaum noch möglich. Die vermeintliche Schonhaltung, die die Betroffenen einnehmen, löst zusätzliche Verspannungen und Schmerzen aus –  so kann ein Teufelskreis entstehen.

Bei Ischiasbeschwerden zieht der Schmerz entsprechend dem Verlauf des Ischiasnervs bis in die Beine. Ursache kann ein Bandscheibenvorfall sein, bei dem die verschobene Bandscheibe auf den Ischiasnerv drückt.

Auch chronische Verspannungen oder geschädigte Wirbelgelenke können den Nerv reizen und zu starken Hüftschmerzen führen. In drastischen Fällen kommt es sogar zu Taubheitsgefühl oder Lähmungserscheinungen in den Beinen. Bewegung verschlimmert dann den Schmerz.

Ein Bandscheibenvorfall wird durch ständige Fehlhaltungen begünstigt. Die Muskulatur und die Bänder verkürzen sich und die Bandscheiben werden einseitig belastet. Ein Bandscheibenvorfall kann sehr schmerzhaft sein.
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Die Diagnose bei Rückenschmerzen

Muskulär bedingte Rückenschmerzen erkennt der Arzt häufig schon bei der körperlichen Untersuchung. Sind die Schmerzen stark und langanhaltend, nutzt der Arzt zusätzlich bildgebende Verfahren – wie Röntgen oder Kernspintomografie. Damit erkennt er Erkrankungen der Wirbelsäule und Nervenschädigungen.
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Anamnese und körperliche Untersuchung

Wichtig ist zu Beginn einer Untersuchung eine ausführliche Anamnese, also die Befragung des Betroffenen nach Art und Dauer des Schmerzes und ob Vor- oder Begleiterkrankungen bestehen. Auch die berufliche Tätigkeit kann ein wichtiges Kriterium für die Diagnose sein. Danach folgt die körperliche Untersuchung. Dazu betrachtet der Arzt die Haltung des Rückens, der Schultern, der Hüfte, sowie die Form der Wirbelsäule und testet die Beweglichkeit. Dadurch erkennt er, ob Fehlstellungen der Beine (wie X- oder O-Beine), des Rückens (Hohlkreuz) oder des Beckens die Ursache der Schmerzen sind. Strahlen die Schmerzen in andere Körperteile, wie Arme oder Beine aus, deutet das eher darauf hin, dass eingeklemmte oder geschädigte Nerven die Ursache der Schmerzen sind. Dann wird der Arzt die Nerven und Reflexe überprüfen.

Ist sich der Arzt sicher, dass die Ursache der Rückenschmerzen muskuläre Verspannungen sind, wird er meist keine bildgebenden diagnostischen Verfahren anordnen. Kann er aber nicht ausschließen, dass die Schmerzen etwa durch Erkrankungen der Wirbelsäule oder Tumore entstehen, wird er zusätzliche Untersuchungen durchführen lassen.
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Das Röntgen gibt Aufschluss über Veränderungen der Wirbelsäule

Beim Röntgen durchleuchten Röntgenstrahlen den Körper. Auf dem Röntgenbild sieht der Arzt, ob beispielsweise krankhafte Veränderungen der Wirbelsäule vorliegen. Allerdings erlaubt das Röntgenbild keine Aussage darüber, ob der Patient wegen dieser Veränderungen unter Schmerzen leidet. Häufig stellt der Arzt sogar fest, dass Patienten mit hochgradigen Veränderungen an der Wirbelsäule, die nur durch Zufall festgestellt wurden, völlig beschwerdefrei sind.
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Computertomografie ermöglicht dreidimensionale Darstellung

Mit der Einführung der Computertomografie (CT) in den 70er Jahren hat das klassische Röntgen an Bedeutung verloren. Zwar beruht die Computertomografie ebenfalls auf der Anwendung von Röntgenstrahlen, sie hat gegenüber dem konventionellen Röntgen jedoch wesentliche Vorteile. Mit ihr können auch Weichteile, Bandscheiben, einzelne Nerven und die Muskulatur sichtbar gemacht werden. Im Allgemeinen ist das Einspritzen von Kontrastmitteln nicht erforderlich.

Darüber hinaus lässt sich mit der Computertomografie eine dreidimensionale Darstellung erreichen. Während das Röntgenbild mit einem Schattenriss zu vergleichen ist, in dem sich allenfalls aus der unterschiedlichen Helligkeit Schlüsse auf eine Erkrankung ziehen lassen, werden bei der Computertomografie gleichsam Schnitte durch den Körper gelegt. Je nach Fragestellung können diese Schnitte in unterschiedlichem Abstand platziert werden.

Kommt ein Patient mit sehr starken Rückenschmerzen und einer Ischiasreizung zum Arzt, dann lässt sich mithilfe der Computertomografie eine nähere Aussage über die Ursache der Schmerzen machen. Man erkennt beispielsweise, ob die Bandscheibe sich verformt oder ihre ursprüngliche Position verlassen hat und ein gelöstes Teil auf Nervengewebe drückt. Für den Arzt ergeben sich aus der Form des Bandscheibenvorfalles weitere Informationen. Er kann dann mit dem Patienten die Heilungsaussichten besprechen. Während eine kleine Vorwölbung oder ein nur gering ausgeprägter Vorfall ohne eine Nervenschädigung kein Grund zu besonderer Sorge ist, kann ein großer Bandscheibenvorfall eine Operation notwendig machen.

Die Computertomografie ist gut zur Abgrenzung chronischer Schmerzen geeignet, bei denen bisher ein Bandscheibenvorfall nicht ausgeschlossen wurde. Ein weiteres Einsatzgebiet sind Verletzungen der Wirbelsäule. Denn auf Röntgenbildern werden diese leicht unterschätzt. Sie können mithilfe der Computertomografie besser beurteilt werden.
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Die Kernspintomografie: keine Röntgenstrahlen

Einen erheblichen Fortschritt brachte die Einführung der Kernspintomografie (Magnetresonanztomografie, kurz MRT) in den 80er Jahren. Dieses bildgebende Verfahren liefert Schnittbilder des Körpers, ohne Röntgenstrahlen. Ein MRT schickt, mithilfe eines Magnetfeldes, elektromagnetische Wellen durch den Körper. Wenn die Wellen den Körper verlassen, werden sie gemessen und von Computern ausgewertet. Anhand dieser Werte kann der Arzt die Ursache der Rückenschmerzen erkennen.
Eine Kernspintomografie zeigt bereits frühzeitig degenerative Veränderungen der Bandscheibe, beispielsweise eine Verringerung des Wassergehaltes in der Bandscheibe. Auch Bandscheibenvorfälle oder Vorwölbungen und kindliche Wachstumsstörungen wie die sogenannte Scheuermannsche Erkrankung lassen sich damit erkennen.

Langfristig ist mit einer weiteren Verfeinerung der Diagnostik und einer Verkürzung der Untersuchungszeiten zu rechnen. Bis heute kann die Kernspintomografie allerdings das Röntgenbild und die Computertomografie nicht ersetzen. Besonders gut kann man mit einem MRT Erkrankungen erkennen, die bisher schwer abgeklärt werden konnten, wie Instabilitäten nach Wirbelverletzungen und neurologische Leiden.
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Die Myelografie und Diskografie

Ein weiteres Verfahren, das jedoch an Bedeutung verloren hat und speziellen Fragestellungen vorbehalten bleibt, ist die Myelografie. Hier spritzt der Mediziner ein Kontrastmittel mit einer feinen Nadel in den Wirbelkanal. Die Flüssigkeit verteilt sich und umspült die Nerven, die sich nun als linienförmige Aufhellungen verfolgen lassen.

Ein Bandscheibenvorfall oder ein Knochenanbau zeigt sich, wenn das Kontrastmittel an den entsprechenden Stellen fehlt – also dort im Röntgenbild nicht zu sehen ist. Die Untersuchung ist für den Patienten unangenehm und nicht nebenwirkungsfrei. Durch die Punktion und dadurch, dass der Arzt das Kontrastmittel einspritzt, ändert sich der innere Druck der Nervenflüssigkeit. Das kann die empfindlichen weichen Hirnhäute – sie umkleiden Rückenmark und Gehirn – reizen. Mögliche Komplikationen sind starke Kopfschmerzen, die gelegentlich erst nach einigen Tagen abklingen. Manchmal wird die Myelografie auch mit der Computer- oder Kernspintomografie kombiniert.

Eine weitere, seltene Untersuchungsmethode, zur Darstellung der Bandscheibe, ist die Diskografie. Hier spritzt der Arzt ein Kontrastmittel direkt in den Bandscheibenraum. Das Kontrastmittel breitet sich im punktierten Bandscheibenraum aus. Im Röntgenbild lassen sich nun die Begrenzungen der Bandscheibe und ein Bandscheibenvorfall erkennen. Da auch diese Methode den Patienten belastet, wählen Ärzte sie nur in speziellen Fällen.
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Frau fasst sich an den schmerzenden Nacken
© Shutterstock
Typisch für das Zervikalsyndrom sind brennende Schmerzen, die bis in die Schultern und den Hinterkopf ausstrahlen können. Ursache sind Verspannungen im Nacken.
Massage des Nackens
© iStockphoto
Bei der körperlichen Untersuchung begutachtet der Arzt die Haltung des Rückens, der Schultern und der Hüfte und prüft Form und Beweglichkeit der Wirbelsäule.
Röntgenbild der Nackenwirbelsäule
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Ein Röntgenbild zeigt, ob der Patient an Erkrankungen der Wirbelsäule leidet.
Computertomografie der Nackenwirbelsäule
© ChumpusRex/CreativeCommons
Die Computertomografie (CT) macht Weichteile wie Bandscheiben, einzelne Nerven und die Muskulatur sichtbar, ohne dass das Einspritzen von Kontrastmittel erforderlich ist.
Magnetresonanztomografie der Wirbelsäule
© Sasy/CreativeCommons
Die Kernspintomografie (auch Magnetresonanztomografie, MRT) kann degenerative Veränderungen der Bandscheiben bereits im Frühstadium sichtbar machen.